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Hunde-Toilettage zu Hause: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Boopsy10 Min. Lesezeit

Hunde-Toilettage zu Hause: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das Toilettieren deines Hundes ist nicht nur eine Frage der Ästhetik. Es ist eine wichtige Pflegehandlung für seine Gesundheit: Haut, Fell, Ohren, Zähne, Krallen, jeder Teil des Körpers verdient regelmäßige Aufmerksamkeit. Und die gute Nachricht: Du kannst den Großteil des Toilettierens selbst zu Hause machen, mit dem richtigen Material und den richtigen Techniken.

Hier ist ein umfassender Leitfaden, Schritt für Schritt, um deinen Hund wie ein Profi zu pflegen.

Das notwendige Material

Bevor du beginnst, stelle sicher, dass du die richtige Ausrüstung hast. Eine anfängliche Investition von 80 bis 200 CHF in qualitativ hochwertiges Material wird dir helfen, Hunderte von Franken an Besuchen beim Hundefriseur jedes Jahr zu sparen.

Das Wesentliche

  • Slicker-Bürste: die vielseitige Bürste schlechthin, geeignet für die meisten Felltypen. Ideal, um totes Unterfell und leichte Knoten zu entfernen. Budget: 15-30 CHF
  • Metallkamm mit breiten und engen Zähnen: um nach dem Bürsten auf Knoten zu überprüfen. Unverzichtbar für langes Fell. Budget: 10-20 CHF
  • Hundeshampoo: pH-Wert, der für Hunde geeignet ist (pH 7-7,5, im Gegensatz zu 5,5 für Menschen). Niemals menschliches Shampoo verwenden. Budget: 15-30 CHF
  • Krallenschneider: Guillotine-Typ für kleine Hunde, Zangen-Typ für mittelgroße und große Hunde. Budget: 10-25 CHF
  • Ohrenreinigungsflüssigkeit: speziell für Hunde, erhältlich in der Apotheke oder beim Tierarzt. Budget: 10-20 CHF
  • Aufnahmefähige Handtücher: 2 bis 3 große Handtücher, die nur für den Hund verwendet werden
  • Leckerlis: zur Belohnung der Kooperation. Das Toilettieren sollte ein positives Erlebnis sein

Für Fortgeschrittene

  • Zahnbürste und Zahnpasta für Hunde: Menschliche Zahnpasta ist giftig für Hunde (Xylit). Budget: 15-25 CHF
  • Rutschfester Teppich: für das Bad (Badewanne oder Dusche). Verhindert, dass der Hund ausrutscht und in Panik gerät. Budget: 10-20 CHF
  • Haartrockner mit einstellbarem Luftstrom: nur niedrige oder kalte Temperatur. Oder besser, ein Hundetrockner (Blower), der das Wasser ohne Hitze ausbläst. Budget: 30-80 CHF
  • Entwirrungsspray: für langes Fell, erleichtert das Bürsten. Budget: 10-20 CHF
  • Haarschneider: wenn dein Hund ein Fell hat, das regelmäßig geschnitten werden muss (Pudel, Bichon, Schnauzer). Budget: 50-150 CHF

Schritt 1: Das Bürsten

Das Bürsten ist die häufigste und wichtigste Toilettierhandlung. Es entfernt totes Haar, verhindert Knoten, regt die Durchblutung an, verteilt die natürlichen Öle des Fells und ermöglicht es dir, Anomalien (Parasiten, Hautverletzungen, Geschwülste) zu erkennen.

Häufigkeit je nach Felltyp

| Felltyp | Typische Rassen | Häufigkeit | |---------|-----------------|------------| | Kurzhaar | Labrador, Beagle, Boxer | 1 bis 2 Mal/Woche | | Mittellanghaar | Australian Shepherd, Golden Retriever | 3 bis 4 Mal/Woche | | Langhaar | Yorkshire, Shih Tzu, Lhasa Apso | Täglich | | Lockenhaar | Pudel, Bichon | 3 bis 4 Mal/Woche + Entwirrung | | Drahthaar | Dackel, Schnauzer | 2 bis 3 Mal/Woche + regelmäßiges Zupfen | | Doppelt dicht | Husky, Samojede, Akita | 3 bis 4 Mal/Woche, täglich während des Fellwechsels |

Bürsttechnik

  1. Beginne mit den weniger empfindlichen Bereichen: Flanken, Rücken, Oberschenkel. Gehe dann zu den empfindlicheren Bereichen (Bauch, Beine, hinter den Ohren) über.
  2. Bürste in Fellrichtung mit der Slicker-Bürste, abschnittsweise.
  3. Für Knoten: Ziehe nicht. Halte das Fell an der Basis (um nicht an der Haut zu ziehen) und entwirre vorsichtig mit dem Kamm, beginnend von der Spitze bis zur Wurzel.
  4. Überprüfe mit dem Kamm: Gehe mit dem Metallkamm nach dem Bürsten durch. Wenn er ohne Haken gleitet, ist alles gut.
  5. Belohnung: Leckerli zur Halbzeit und am Ende. Das Bürsten sollte ein angenehmes Erlebnis sein.

Während des Fellwechsels

In der Zeit des Fellwechsels (Frühling und Herbst) intensiviere das Bürsten mit einem Entfilzungswerkzeug (wie dem FURminator) oder einer Kardätsche. Du wirst beeindruckende Mengen an totem Unterfell entfernen. Das ist normal und notwendig.

Wichtig: Rasiere niemals einen Hund mit doppelt gefüttertem Fell (Husky, Golden, Schäferhund). Sein doppeltes Fell schützt ihn sowohl vor Kälte als auch vor Hitze und UV-Strahlen. Das Rasieren zerstört die Struktur des Fells und wächst nicht immer richtig nach.

Schritt 2: Das Baden

Das Baden ist notwendig, aber nicht so oft, wie du denkst. Zu viele Bäder trocknen die Haut und das Fell aus, indem sie die schützenden natürlichen Öle entfernen.

Empfohlene Häufigkeit

  • Kurzhaarige Hunde: alle 2 bis 3 Monate (oder wenn sie schmutzig riechen)
  • Langhaarige Hunde: alle 1 bis 6 Wochen
  • Hunde mit empfindlicher Haut: gemäß den Empfehlungen deines Tierarztes (möglicherweise medizinisches Shampoo)
  • Nach einem Bad im See oder Fluss: ein Abspülen mit klarem Wasser reicht aus, um Algen und Bakterien zu entfernen.

So badest du

  1. Bürste deinen Hund vor dem Baden: Nasse Knoten werden zu festen Knoten. Entferne alle Knoten und das tote Fell, bevor du ihn nass machst.
  2. Bereite alles im Voraus vor: Shampoo, Handtücher, Leckerlis. Du willst deinen Hund nicht nass und unaufmerksam lassen.
  3. Lege den rutschfesten Teppich in die Badewanne oder die Dusche.
  4. Nass machen: Beginne mit den Beinen, dann dem Körper. Vermeide vorerst den Kopf. Verwende lauwarmes Wasser (nie heiß).
  5. Shampoo auftragen: Verdünne es zuerst in etwas Wasser, um die Verteilung zu erleichtern. Massiere das Fell gründlich, vergiss dabei nicht den Bauch, die Beine und den Analbereich.
  6. Gründlich abspülen: Rückstände von Shampoo können die Haut reizen. Spüle, bis das Wasser vollkommen klar ist.
  7. Der Kopf: Verwende ein feuchtes Waschlappen, um die Schnauze und den Kopf zu reinigen. Verhindere, dass Wasser in die Ohren gelangt (stecke bei Bedarf einen Wattebausch in jedes Ohr).
  8. Trocknen: Drücke mit den Handtüchern ab und trockne dann mit dem Haartrockner (niedrige Temperatur) oder dem Blower. Ein nasser Hund, der friert, kann Hautinfektionen entwickeln.

Schweizer Tipp

Im Sommer baden viele Hunde in der Schweiz in Seen (Genfersee, Neuenburgersee, Zürichsee). Spüle deinen Hund immer mit klarem Wasser nach dem Baden ab, um Bakterien und mögliche Cyanobakterien (giftige Blaualgen) zu entfernen.

Schritt 3: Die Ohren

Die Ohren sind ein empfindlicher und oft vernachlässigter Bereich. Ohrenentzündungen (Otitis) sind einer der häufigsten Gründe für einen Tierarztbesuch.

Häufigkeit

  • Stehohren (Deutscher Schäferhund, Husky): wöchentliche Kontrolle, Reinigung wenn nötig.
  • Hängende Ohren (Labrador, Cavalier King Charles, Cocker): wöchentliche Reinigung. Hängende Ohren halten Feuchtigkeit und fördern Infektionen.

So reinigst du

  1. Gib einige Tropfen Ohrenreinigungsflüssigkeit in den Gehörgang.
  2. Massiere die Basis des Ohrs für 20-30 Sekunden (du wirst ein "Quietschen" hören).
  3. Lass deinen Hund den Kopf schütteln (er wird Reiniger und Schmutz herausschleudern, schütze deine Kleidung).
  4. Wische die Ohrmuschel und den Eingang des Gehörgangs mit einem Wattebausch oder einer Kompresse ab. Verwende niemals Wattestäbchen, da sie Schmutz tiefer schieben und das Trommelfell durchbohren können.

Anzeichen einer Otitis (Tierarzt konsultieren)

  • Starker Geruch im Ohr
  • Brauner, schwarzer oder gelblicher Ausfluss
  • Rotes oder geschwollenes Ohr
  • Der Hund kratzt am Ohr oder neigt den Kopf

Schritt 4: Die Krallen

Zu lange Krallen verursachen Schmerzen beim Gehen, Haltungsschäden und können brechen oder einwachsen. Dies ist der Schritt, den die Besitzer am meisten fürchten, aber mit der richtigen Technik ist es einfach.

Wann schneiden

Wenn du das Klappern der Krallen auf dem Fliesenboden hörst, sind sie zu lang. Die Krallen sollten den Boden nicht berühren, wenn der Hund steht.

Häufigkeit: alle 2 bis 4 Wochen, je nach natürlichem Abrieb (ein Hund, der viel auf Asphalt läuft, nutzt seine Krallen natürlich ab).

So schneidest du

  1. Identifiziere das Leben (den lebenden Teil der Kralle, mit Nerven und Blutgefäßen). Bei hellen Krallen ist es der rosa Bereich, der durchscheinend ist. Bei schwarzen Krallen ist es unsichtbar, schneide in kleinen Stücken von 1-2 mm, bis du einen kleinen grauen Punkt in der Mitte des Schnitts siehst.
  2. Schneide 2 mm von dem Leben für helle Krallen.
  3. Bei Blutungen: Wende ein blutstillendes Pulver (Kalium-Pulver) an oder, im Notfall, Maisstärke. Die Blutung stoppt innerhalb weniger Minuten. Es ist nicht schlimm, aber schmerzhaft, beruhige deinen Hund.
  4. Vergiss den Wolfskralle nicht: die zusätzliche Kralle an der Innenseite der Pfote (nicht alle Hunde haben sie). Sie nutzt sich nie ab und kann einwachsen, wenn sie nicht geschnitten wird.

Die schrittweise Gewöhnung

Wenn dein Hund es nicht mag, wenn man seine Pfoten berührt, zwinge ihn nicht. Beginne damit, seine Pfoten während des Streichelns zu berühren, dann manipuliere sie, berühre die Krallen mit dem Krallenschneider, ohne zu schneiden, und schneide dann eine einzige Kralle mit Belohnung. Gehe im Tempo deines Hundes vor.

Schritt 5: Die Zähne

Die Zahnhygiene ist der blinde Fleck vieler Besitzer. Dennoch leiden 80 % der Hunde über 3 Jahre an Parodontalerkrankungen. Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Zahninfektionen können Schmerzen, Zahnverlust und bakterielle Infektionen verursachen, die das Herz, die Nieren und die Leber erreichen.

Das Zähneputzen

  • Ideale Häufigkeit: täglich. Realistisch: 3 bis 4 Mal pro Woche.
  • Material: Silikonfingerzahnbürste (einfacher) oder Zahnbürste für Hunde + enzymatische Zahnpasta für Hunde.
  • Technik: Hebe die Lefze an, putze die Außenseiten der Zähne (die Innenseiten werden von der Zunge gereinigt). Kreisende Bewegungen, 30 Sekunden pro Seite.
  • Gewöhnung: Beginne damit, Zahnpasta auf deinen Finger zu geben und lasse deinen Hund lecken. Dann berühre seine Zähne mit dem Finger. Führe die Bürste schrittweise ein.

Alternativen zum Zähneputzen

  • Zahnpflege-Leckerlis (wie Dentastix, Greenies): helfen, ersetzen aber nicht das Zähneputzen.
  • Kauspielzeuge (Elchgeweih, Kong, Gummispielzeuge): fördern die natürliche Abrasion von Zahnstein.
  • Wasserzusatz: Einige Produkte reduzieren die Plaque.

Professionelle Zahnreinigung

Trotz regelmäßigen Zähneputzens kann eine professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt alle 1 bis 3 Jahre notwendig sein. Sie erfolgt unter Vollnarkose und kostet in der Schweiz zwischen 300 und 600 CHF.

Schritt 6: Die Augen

Einige Rassen sind anfälliger für Augenabsonderungen (Französische Bulldogge, Shih Tzu, Pudel). Eine regelmäßige Reinigung verhindert Reizungen und Tränenflecken.

  • Reinige die Sekrete mit einer feuchten Kompresse (lauwarmes Wasser oder physiologische Lösung).
  • Wische von innen nach außen am Auge.
  • Verwende für jedes Auge eine andere Kompresse.
  • Bei gefärbtem Ausfluss (gelb, grün) konsultiere deinen Tierarzt.

Eine positive Routine schaffen

Das Geheimnis für erfolgreiches Toilettieren zu Hause ist positive Gewöhnung und Regelmäßigkeit.

Für Welpen

Beginne so früh wie möglich. Berühre die Pfoten, Ohren, Schnauze und das Fell deines Welpen jeden Tag, auch ohne tatsächlich zu toilettieren. Verknüpfe jede Berührung mit Leckerlis. Ein früh gewohnter Welpe wird ein kooperativer Erwachsener sein.

Für erwachsene Hunde

Wenn dein Hund noch nie zu Hause gepflegt wurde, gehe schrittweise vor. Eine 5-minütige Sitzung mit vielen Belohnungen ist besser als eine 30-minütige traumatische Sitzung. Erhöhe die Dauer im Laufe der Wochen.

Die Aufgabenverteilung

Du musst nicht alles am selben Tag machen. Hier ist ein realistischer Plan:

| Tag | Aufgabe | |-----|---------| | Montag | Bürsten | | Mittwoch | Bürsten + Zähne | | Freitag | Bürsten + Ohren | | Sonntag | Bürsten + Überprüfung der Krallen/Augen | | 1x/Monat | Baden + Krallen schneiden |

Zusammenfassung

Das Toilettieren zu Hause ist für alle Besitzer zugänglich, mit ein wenig Material und Geduld. Die Anfangsinvestition (100-200 CHF) amortisiert sich schnell im Vergleich zu Besuchen beim Hundefriseur (60-120 CHF pro Sitzung in der Schweiz). Und vor allem ist es ein Moment der Pflege und Verbundenheit mit deinem Hund, der eure Bindung stärkt.

Für kompliziertere Schnitte und Toilettierungen (Pudel, Bichon, Schnauzer) wird ein Besuch bei einem professionellen Hundefriseur 3 bis 4 Mal im Jahr empfohlen.


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