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Impfkalender für Hunde: Der umfassende Leitfaden 2026

Boopsy7 Min. Lesezeit

Impfkalender für Hunde: Der umfassende Leitfaden 2026

Der Impfkalender für Hunde ist eines der ersten Themen, die du mit deinem Tierarzt nach der Adoption besprechen wirst. Und das aus gutem Grund: Impfungen schützen deinen Begleiter vor schweren, manchmal tödlichen Krankheiten. Dennoch verlieren viele Besitzer den Überblick über die obligatorischen Impfungen, Auffrischungen und Empfehlungen, die von Land zu Land variieren.

Hier erfährst du alles, was du wissen musst, um deinen Hund gesund zu halten.

Warum sollte man seinen Hund impfen?

Die Impfung funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Man setzt das Immunsystem deines Hundes einer harmlosen Version eines Erregers aus. Sein Körper lernt, ihn zu erkennen und zu bekämpfen. An dem Tag, an dem dein Hund dem echten Virus begegnet, ist er bereits gewappnet.

Ohne Impfung ist dein Hund anfällig für Krankheiten, die innerhalb weniger Tage tödlich sein können. Staupe, Parvovirose oder Leptospirose sind gnadenlos, besonders bei Welpen, deren Immunsystem noch schwach ist.

Deinen Hund zu impfen bedeutet auch, andere Tiere zu schützen. Je höher die Impfquote in einer Population ist, desto weniger zirkulieren die Krankheiten. Das ist der berühmte Gruppeneffekt.

Die obligatorischen und empfohlenen Impfungen in der Schweiz

In der Schweiz ist keine Impfung für Hunde gesetzlich vorgeschrieben, außer Tollwut, wenn du ins Ausland reist. Tierärzte empfehlen jedoch dringend einen Grundsatz von sogenannten "wesentlichen" Impfungen (oder Core Vaccines). Das sind die Impfungen, die jeder Hund erhalten sollte, unabhängig von seinem Lebensstil.

Die wesentlichen Impfungen (Core)

  • Staupe (CDV): hoch ansteckendes Virus, das das Nervensystem, das Verdauungs- und das Atmungssystem angreift. Oft tödlich bei Welpen. Es gibt keine heilende Behandlung.
  • Parvovirose (CPV): extrem schwere hämorrhagische Gastroenteritis. Das Virus überlebt Monate in der Umwelt. Hohe Sterblichkeitsrate ohne Intensivpflege.
  • Rubarth-Hepatitis (CAV): Befall von Leber und Nieren. Heute dank der Impfung selten, aber immer noch vorhanden.
  • Tollwut: obligatorisch für Reisen in die EU und in die meisten Länder. Tödliche Krankheit zu 100%, sobald die Symptome auftreten, sowohl für den Hund als auch für den Menschen.

Die empfohlenen Impfungen (Non-Core)

Je nach Lebensstil deines Hundes kann dein Tierarzt zusätzliche Impfungen empfehlen:

  • Leptospirose: Bakterium, das durch den Urin von Nagetieren übertragen wird, oft in stehendem Wasser. Sehr empfohlen in der Schweiz, besonders wenn dein Hund schwimmt oder in ländlichen Gebieten lebt. Übertragbar auf den Menschen.
  • Hunde-Husten (Bordetella + Parainfluenza): unerlässlich, wenn dein Hund Pensionen, Hundeschulen oder Hundewiesen besucht. Übertragung durch die Luft.
  • Borreliose (Lyme-Krankheit): durch Zecken übertragen. Zu berücksichtigen, wenn du in einem Gebiet mit hoher Zeckendichte lebst (Schweizer Hochland, Wälder).

Der Impfkalender nach Alter

Hier ist der empfohlene Zeitplan der Schweizer Tierärzte, basierend auf den Richtlinien der Impfgruppe WSAVA und angepasst an die lokale Praxis.

Welpe (6 Wochen bis 16 Wochen)

Der Welpe erhält in den ersten Lebenswochen Antikörper über die Milch seiner Mutter. Diese Antikörper nehmen allmählich ab, weshalb es wichtig ist, die Impfung früh zu beginnen.

  • 6-8 Wochen: erste Injektion (Staupe, Parvovirose, Hepatitis, oft eine Kombinationsimpfung CHPPi)
  • 12 Wochen: zweite Injektion (Auffrischung CHPPi + Leptospirose)
  • 16 Wochen: dritte Injektion (Auffrischung CHPPi + Leptospirose + Tollwut, wenn eine Reise geplant ist)

Einige Tierärzte fügen in risikobehafteten Umgebungen (Zuchtstätten, Tierheime) bereits ab 6 Wochen eine Erstimpfung hinzu.

Junghund (6 Monate bis 1 Jahr)

  • 6 Monate: Auffrischung Hunde-Husten, falls nötig (intranasale Impfung, oft jährlich)
  • 12-15 Monate: erste vollständige jährliche Auffrischung (CHPPi + Leptospirose + Tollwut)

Diese Auffrischung im Alter von 1 Jahr ist entscheidend. Sie festigt den langfristigen Schutz. Verpasse sie nicht.

Erwachsener Hund (ab 2 Jahren)

Die aktuellen Empfehlungen der WSAVA unterscheiden zwei Rhythmen:

  • Core Impfungen (Staupe, Parvo, Hepatitis): Auffrischung alle 3 Jahre (und nicht mehr jährlich)
  • Leptospirose: jährliche Auffrischung (der Schutz hält nicht so lange an)
  • Tollwut: Auffrischung gemäß der Gesetzgebung des Ziellandes (in der Regel alle 1 bis 3 Jahre)
  • Hunde-Husten: jährliche Auffrischung, wenn dein Hund Gemeinschaften besucht

Senior Hund (ab 8 Jahren)

Das Immunsystem schwächt sich mit dem Alter. Setze die Auffrischungen nach dem gleichen Kalender fort, aber bespreche mit deinem Tierarzt mögliche Anpassungen. Eine jährliche Blutuntersuchung kann helfen, den Immunstatus deines Hundes zu bewerten.

Was kosten die Impfungen in der Schweiz?

Das Impfbudget variiert je nach Praxis und Kanton, aber hier ist eine realistische Preisspanne für 2026.

| Impfung | Kosten pro Injektion (CHF) | |---------|-----------------------------| | Erstimpfung Welpe (3 Injektionen) | 200 - 350 | | Vollständige jährliche Auffrischung | 80 - 150 | | Einzelne Tollwutimpfung | 50 - 80 | | Hunde-Husten (intranasal) | 40 - 70 | | Einzelne Leptospiroseimpfung | 40 - 60 | | Haustierpass | 20 - 40 |

Tipp: Einige Tierversicherungen übernehmen teilweise die Impfkosten. Informiere dich bei deinem Versicherer. In der Schweiz bieten Anbieter wie Animalia oder Epona Tarife an, die Prävention einschließen.

Vergiss nicht, die Tierarztkonsultation (durchschnittlich 60-100 CHF), falls sie nicht im Preis der Impfung enthalten ist, hinzuzufügen.

Mögliche Nebenwirkungen

Die große Mehrheit der Hunde verträgt Impfungen sehr gut. Aber wie bei jedem medizinischen Eingriff können innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach der Injektion leichte Nebenwirkungen auftreten.

Häufige (harmlos) Reaktionen

  • Leichte Müdigkeit oder Apathie
  • Kleine Beule an der Injektionsstelle (vergeht in ein paar Tagen)
  • Verminderten Appetit für 24 Stunden
  • Leichtes Fieber

Seltene (zu beobachtende) Reaktionen

  • Schwellung von Schnauze oder Augen (allergische Reaktion)
  • Wiederholtes Erbrechen
  • Atembeschwerden
  • Anhaltender Durchfall

Wenn du eine schwere Reaktion beobachtest, kontaktiere sofort deinen Tierarzt. Anaphylaktische Reaktionen sind selten, erfordern aber schnelles Handeln.

Reisen mit deinem Hund: die Impfregeln

Wenn du planst, mit deinem Hund aus der Schweiz zu reisen, wird Tollwut obligatorisch. Hier sind die Regeln für den europäischen Raum:

  • Europäischer Haustierpass: wird von deinem Tierarzt ausgestellt und enthält die Impfgeschichte
  • Tollwut: aktuelle Impfung, die mindestens 21 Tage vor der Abreise durchgeführt wurde
  • Mikrochip: obligatorisch und mit dem Pass verbunden
  • Einige Länder (UK, Irland, Finnland, Norwegen) verlangen eine antiparasitäre Behandlung gegen Echinokokken 1 bis 5 Tage vor der Einreise

Für Reiseziele außerhalb Europas (USA, Asien, Afrika) variieren die Anforderungen. Konsultiere die Botschaft des Ziellandes und plane mindestens 2 Monate im Voraus.

Wie man niemals eine Auffrischung vergisst

Das ist der Albtraum vieler Besitzer: Man vergisst das Datum der nächsten Auffrischung. Das Gesundheitsheft bleibt ganz unten in einer Schublade, und wenn man sich daran erinnert, ist man schon 3 Monate im Rückstand.

Hier sind einige Tipps:

  • Notiere das Datum der nächsten Auffrischung sofort nach dem Verlassen der Praxis in deinem Kalender
  • Frage deinen Tierarzt, ob er Erinnerungen per SMS oder E-Mail sendet
  • Nutze eine spezielle App, um die Impfdaten zu zentralisieren

Boopsy sendet dir automatische Impf-Erinnerungen, damit du nie wieder einen Termin verpasst. Du kannst die Impfungen im digitalen Gesundheitsheft deines Tieres festhalten, und die App kümmert sich darum, dich rechtzeitig zu benachrichtigen.

Zusammenfassung

Der Impfkalender für Hunde ist nicht kompliziert, sobald man die Logik versteht. Eine Erstimpfung in 3 Injektionen bei Welpen, eine Auffrischung im Alter von 1 Jahr und dann regelmäßige Auffrischungen (jährlich oder alle drei Jahre, je nach Impfung). All das für ein angemessenes jährliches Budget, das deinen Begleiter vor potenziell tödlichen Krankheiten schützt.

Sprich immer mit deinem Tierarzt, um das Protokoll an den Lebensstil deines Hundes anzupassen. Ein Stadt-Hund, der nie reist, hat nicht die gleichen Bedürfnisse wie ein Hund, der jedes Wochenende im Wald wandert.


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