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Impfkalender für Katzen: Der umfassende Leitfaden 2026

Boopsy8 Min. Lesezeit

Impfkalender für Katzen: Der umfassende Leitfaden 2026

Deine Katze zu impfen ist keine Option: Es ist der beste Weg, sie vor oft tödlichen Krankheiten zu schützen. Egal, ob deine Katze ausschließlich in der Wohnung lebt oder Zugang nach draußen hat, eine grundlegende Impfserie ist unerlässlich. In der Schweiz sind die veterinärmedizinischen Empfehlungen klar, aber viele Tierhalter verlieren den Überblick über die Pflichtimpfungen, Auffrischungen und altersgerechte Protokolle.

Hier bekommst du einen umfassenden Überblick, damit du genau weißt, was zu tun ist und wann.

Warum solltest du deine Katze impfen?

Das Prinzip ist einfach: Der Impfstoff setzt das Immunsystem deiner Katze einer harmlosen Version eines Virus oder Bakteriums aus. Ihr Körper lernt, es zu erkennen. An dem Tag, an dem der echte Erreger auftaucht, ist das Immunsystem bereit zu reagieren.

Einige Katzenkrankheiten sind extrem ansteckend und werden durch einfachen Kontakt zwischen Katzen, über Nasensekrete, Speichel oder sogar durch deine Kleidung und Schuhe übertragen. Eine Wohnungskatze ist also nicht völlig geschützt.

Der Katzenschnupfen (Panleukopenie) beispielsweise wird durch ein unglaublich widerstandsfähiges Virus verursacht, das monatelang in der Umgebung überlebt. Du kannst es unwissentlich auf deinen Schuhsohlen nach Hause bringen. Ohne Impfung liegt die Sterblichkeitsrate bei Kätzchen über 90 %.

Deine Katze zu impfen ist auch ein kollektiver Akt. Je mehr Katzen in einem Viertel geimpft sind, desto weniger zirkulieren die Krankheiten. Wenn deine Katze einem Artgenossen im Garten, im Tierheim oder beim Tierarzt begegnet, ist sie geschützt und überträgt nichts.

Die essentiellen Impfungen für Katzen in der Schweiz

In der Schweiz ist kein Impfstoff gesetzlich für Katzen vorgeschrieben, außer Tollwut, wenn du mit deinem Tier ins Ausland reist. Die Schweizer Tierärzte folgen den Empfehlungen des ABCD (Advisory Board on Cat Diseases) und der WSAVA, die essentielle Impfstoffe (core) von empfohlenen Impfstoffen je nach Lebensstil unterscheiden.

Essentielle Impfstoffe (core), für jede Katze, auch für Wohnungskatzen

  • Katzenschnupfen (Panleukopenie, FPV): schwerwiegende hämorrhagische Gastroenteritis. Das Virus ist extrem widerstandsfähig in der Umgebung (überlebt mehr als ein Jahr). Sehr hohe Sterblichkeit bei Kätzchen. Keine heilende Behandlung.
  • Katzenschnupfen, Herpesvirus-Komponente (FHV-1): Atemwegs- und Augenbefall. Einmal infiziert, bleibt die Katze lebenslang Träger mit möglichen Reaktivierungen bei Stress. Der Impfstoff verhindert die Infektion nicht zu 100 %, reduziert aber die Schwere der Symptome erheblich.
  • Katzenschnupfen, Calicivirus-Komponente (FCV): Mundgeschwüre, Rhinitis, Pneumonie. Wie beim Herpesvirus mildert der Impfstoff die Krankheit, ohne die Infektion vollständig zu verhindern.

Empfohlene Impfstoffe (non-core), je nach Lebensstil

  • Katzenaids (FeLV): Virus, das durch Speichel, Bisse und gegenseitiges Lecken übertragen wird. Verursacht eine Immunschwäche und Krebs (Lymphome). Stark empfohlen für jede Katze, die nach draußen geht oder mit anderen Katzen mit unbekanntem FeLV-Status lebt. Ein FeLV-Bluttest wird vor der Impfung empfohlen.
  • Tollwut: nur erforderlich, wenn du mit deiner Katze außerhalb der Schweiz reist (EU und andere Länder). 100 % tödliche Krankheit, sobald die Symptome auftreten.
  • Chlamydiose (Chlamydophila felis): eitrige Konjunktivitis, besonders in Gemeinschaften. Empfohlen für Katzen, die in einem Tierheim oder einer Zucht leben.

Der Impfkalender nach Alter

Hier ist der empfohlene Zeitplan der Schweizer Tierärzte, angepasst an internationale Richtlinien.

Kätzchen (8 Wochen bis 16 Wochen)

Kätzchen erhalten in den ersten Lebenswochen über die Kolostralmilch mütterliche Antikörper. Diese Antikörper nehmen zwischen 8 und 16 Wochen allmählich ab, in dieser Zeit übernimmt die Impfung.

  • 8-9 Wochen: erste Impfung Katzenschnupfen + Katzenschnupfen (kombinierter RCP-Impfstoff)
  • 12 Wochen: zweite Impfung RCP + erste Impfung Katzenaids (wenn Katze gefährdet) + FeLV-Test
  • 16 Wochen: dritte Impfung RCP + zweite Impfung Katzenaids + Tollwut (wenn eine Reise geplant ist)

Wenn dein Kätzchen aus einem Tierheim oder einer Zucht adoptiert wurde, hat es wahrscheinlich bereits die erste Impfung erhalten. Überprüfe seinen Impfpass und übergebe ihn deinem Tierarzt.

Junge Katze (6 Monate bis 1 Jahr)

  • 12-15 Monate: erste jährliche Auffrischung (RCP + Katzenaids, falls betroffen + Tollwut, falls Reise)

Diese Auffrischung im Alter von 1 Jahr ist entscheidend. Sie festigt das immunologische Gedächtnis und sorgt für einen langfristigen Schutz. Lass sie auf keinen Fall ausfallen.

Erwachsene Katze (ab 2 Jahren)

Die aktuellen Empfehlungen unterscheiden zwei Auffrischungsrhythmen:

  • Katzenschnupfen (FPV): Auffrischung alle 3 Jahre (der Schutz ist langanhaltend)
  • Katzenschnupfen (FHV-1 + FCV): jährliche Auffrischung für gefährdete Katzen (Zugang nach draußen, Pension, Mehrkatzenhaushalt) oder alle 3 Jahre für strikte Wohnungskatzen
  • Katzenaids (FeLV): jährliche Auffrischung, solange die Katze nach draußen geht oder mit Katzen mit unbekanntem Status lebt. Kann nach 3-4 Jahren eingestellt werden, wenn die Katze nicht mehr nach draußen geht (die Empfindlichkeit gegenüber FeLV nimmt mit dem Alter ab)
  • Tollwut: je nach Gesetzgebung des Ziellandes (in der Regel alle 1 bis 3 Jahre)

Senior Katze (ab 10 Jahren)

Das Immunsystem schwächt sich mit dem Alter. Setze die Auffrischungen nach demselben Zeitplan fort, bespreche aber mit deinem Tierarzt mögliche Anpassungen. Ein jährlicher Bluttest wird empfohlen, um die allgemeine Gesundheit zu bewerten und das Protokoll anzupassen.

Was kosten Impfungen für Katzen in der Schweiz?

Die Preise variieren je nach Praxis und Kanton, aber hier sind die realistischen Preisspannen für 2026 in der Schweiz.

| Impfstoff | Kosten pro Impfung (CHF) | |-----------|---------------------------| | Grundimmunisierung Kätzchen (3 Impfungen RCP) | 180 - 320 | | Jährliche Auffrischung RCP | 70 - 130 | | Katzenaids (FeLV) pro Impfung | 50 - 80 | | FeLV/FIV Bluttest | 40 - 70 | | Tollwutimpfung allein | 50 - 80 | | Haustierpass | 20 - 40 |

Vergiss nicht die Tierarztkonsultation (60-100 CHF), falls sie nicht im Preis der Impfung enthalten ist. Einige Tierversicherungen in der Schweiz decken teilweise die Impfkosten. Informiere dich bei deinem Versicherer.

Mögliche Nebenwirkungen

Die große Mehrheit der Katzen verträgt Impfstoffe sehr gut. Aber wie bei jedem medizinischen Eingriff können innerhalb von 24 bis 48 Stunden Reaktionen auftreten.

Häufige (harmlos) Reaktionen

  • Leichte Müdigkeit, Katze ruhiger als gewöhnlich
  • Kleine Beule an der Injektionsstelle (vergeht in ein paar Tagen)
  • Verminderten Appetit für 24 Stunden
  • Leichtes Fieber

Seltene (Tierarzt konsultieren) Reaktionen

  • Schwellung der Schnauze oder der Augen
  • Wiederholtes Erbrechen
  • Atembeschwerden
  • Anhaltende Lahmheit
  • Beule an der Injektionsstelle, die wächst oder länger als 3 Wochen anhält (selten, aber zu beobachten: post-vakzinales Fibrosarkom)

Das Fibrosarkom an der Injektionsstelle ist ein seltenes, aber spezifisches Tumorproblem bei Katzen. Moderne Protokolle empfehlen, in die Gliedmaßen zu impfen (und nicht zwischen die Schulterblätter), um eine mögliche chirurgische Behandlung zu erleichtern. Dein Tierarzt kennt diese Empfehlung.

Wohnungskatze: Muss man trotzdem impfen?

Ja. Das ist die Frage, die sich viele Tierhalter stellen, und die Antwort ist klar.

Eine Katze, die nie nach draußen geht, kann trotzdem bestimmten Viren ausgesetzt sein. Das feline Parvovirus (Katzenschnupfen) ist extrem widerstandsfähig und kann auf deinen Schuhen, deiner Kleidung oder den Gegenständen, die du von draußen mitbringst, transportiert werden. Wenn du andere Katzen hast, die nach draußen gehen, oder wenn deine Katze während deines Urlaubs in eine Pension geht, steigt das Risiko noch weiter.

Die minimale Grundimmunisierung für eine strikte Wohnungskatze ist der RCP (Katzenschnupfen + Katzenschnupfen). Katzenaids ist nicht notwendig, wenn deine Katze wirklich nie nach draußen geht und keinen Kontakt zu anderen Katzen mit unbekanntem Status hat.

Sieh dir auch unseren Artikel über Tipps für eine Wohnungskatze an, um ihr Wohlbefinden im Alltag zu optimieren.

Mit deiner Katze von der Schweiz aus reisen

Wenn du planst, mit deiner Katze nach Europa zu reisen, sind hier die Anforderungen:

  • Mikrochip: obligatorisch, im Pass vermerkt
  • Europäischer Haustierpass: ausgestellt von deinem Tierarzt
  • Tollwut: aktuelle Impfung, die mindestens 21 Tage vor der Abreise erfolgt
  • Einige Länder (UK, Irland, Finnland, Norwegen) verlangen eine antiparasitäre Behandlung gegen Echinokokken

Für Reiseziele außerhalb Europas variieren die Anforderungen. Plane mindestens 2 Monate im Voraus und kontaktiere die Botschaft des Ziellandes. Du findest auch praktische Tipps in unserem Artikel über Reisen mit deinem Haustier, von denen viele auch für Katzen gelten.

Nie einen Auffrischungstermin vergessen

Das ist die klassische Falle: Du verlässt die Tierarztpraxis, legst den Impfpass in eine Schublade, und sechs Monate später merkst du, dass die Auffrischung verpasst wurde. Hier sind einige Lösungen:

  • Notiere dir sofort das nächste Auffrischungsdatum in deinem Kalender
  • Frage in deiner Tierarztpraxis, ob sie Erinnerungen per SMS senden
  • Nutze eine App, die den digitalen Impfpass deines Tieres zentralisiert

Boopsy ermöglicht es dir, jede Impfung zu registrieren und sendet dir eine automatische Erinnerung, wenn der nächste Termin bevorsteht. Du wirst nie wieder einen Termin vergessen.

Zusammenfassung

Der Impfkalender für Katzen ist einfach, sobald man das Prinzip verstanden hat. Grundimmunisierung in 3 Impfungen bei Kätzchen, Auffrischung im Alter von 1 Jahr, dann regelmäßige Auffrischungen (jährlich oder alle drei Jahre, je nach Impfstoff und Lebensstil). Katzenschnupfen und Katzenschnupfen sind für alle Katzen, auch für Wohnungskatzen, unerlässlich. Katzenaids ist wichtig für Katzen, die nach draußen gehen. Tollwut ist nur bei Reisen erforderlich.

Sprich immer mit deinem Tierarzt, um das Protokoll an den Lebensstil deiner Katze anzupassen. Eine Wohnungskatze in Lausanne hat nicht die gleichen Bedürfnisse wie eine Farmkatze im Kanton Waadt.


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